1 FRage AN ... MitGlieder des Künstlerischen Teams

Was fasziniert Dich an der Begegnung von zwei fremden Menschen, Edan Gorlicki ?

Es passiert so viel in der Kürze eines Moments: Nur beim Austausch von Blicken, wenn man eine fremde Person anschaut. Auf eigentlich sehr oberflächliche Weise zieht man da Schlüsse oder urteilt aufgrund von Erfahrungen. Aber es gibt eben auch den inneren Wunsch und die Neugier mehr zu erfahren. Mehr als das, was das Auge auf den ersten Blick wahrnehmen kann. In unserem Projekt ist es das Ziel der Performer*innen, sich gegenseitig kennen zu lernen. Der erste Eindruck ist der erste Schritt einer gemeinsamen Reise. Von hier aus suchen sie einander auf ganz unterschiedliche Weise. Das ist wie eine große Kreuzung mit vielen Möglichkeiten, in die es weiter gehen kann. Der erste Eindruck ist in diesem Sinne die Kreuzung. Wir können schüchtern sein oder mutig, ambitioniert oder neugierig. Wir können erste Schritte machen, aber es kommt auch drauf an, wie die andere Person auf diese Schritte reagiert. Was sich aus dieser Ausgangslage entwickelt, ist für mich das Spannende an unserem Projekt.

Edan Gorlicki ist der künstlerische Leiter von Inter-Actions und hat das Konzept für At the heart of it all entwickelt. Gemeinsam mit den Tänzer*innen Lorenzo Ponteprimo hat er den In-Ear-Audio-Guide entwickelt, geschrieben und eingesprochen.

Ein Song beruhigt mich und gibt mir Fokus.

Julian Kiely hat die Musik für At the heart of it all geschrieben und performt bei jeder Aufführung live. Es ist geplant, alle Lieder auch noch online zu veröffentlichen.

Ein Song kann einen Raum mit mehr Farbe  füllen. Er kann den Raum und die Menschen darin zum Leben erwecken.

Foto HarrisonHarrison McClary hat gemeinsam mit Julian Kiely die Musik für At the heart of it all produdziert, indem er zum Beispiel Playback-Aufnahmen geleitet oder Songs mit seinen Arangements erweitert hat. 

Für mich ist es der Moment, in dem ich ein Gefühl dafür kriege, ob sich mein Gegenüber fallen lassen wird, oder nicht.

Foto Charlotte

Charlie Petersen hat die Struktur und die Aufgabenstellung des Stücks mitentwickelt. Auf dieser Grundlage entstand der Audio-Guide, der die Performer*innen durch die Vorstellung führt. 

Vertrauen entsteht mit der Zeit. Vertrauen entsteht durch Teilen. Vertrauen entsteht durch Spielen. Vertrauen entsteht durch Respekt.

Es ist eine Praxis, die mit unserer vagen Vorstellung von uns selbst zusammenhängt. Wir brauchen andere, mit denen wir uns austauschen können, um eine echte Verbindung herzustellen. Durch sie können wir uns selbst und den anderen offenbaren, was in uns steckt. Es geschieht, indem wir das Vage konkretisieren, es anerkennen, beobachten und es nun, da es da ist, freier wirken lassen.

Es gibt immer Stimmen, Zweifel und Ängste. Es kann immer sein, dass du innehalten musst. Das Ego will sich immer einmischen, eine Form, eine Geschichte oder eine Schlussfolgerung erschaffen.

Doch es gibt auch immer eine subtile Weisheit, die man so leicht übersieht … Es ist, als würde man auf einem dünnen Seil das Gleichgewicht halten.

Foto LorenzoLorenzo Ponteprimo hat die Struktur und die Aufgabenstellung des Stücks mitentwickelt. Auf dieser Grundlage entstand der Audio-Guide, der die Performer*innen durch die Vorstellung führt. 

Ich würde sagen, es ist die Frage, ob man jemanden überhaupt wirklich kennen kann. Denn Menschen machen ja immer neue Erfahrungen und verändern sich immer weiter. Also im Grunde bin ich mir gar nicht sicher, was das “wirklich” in diesem Zusamenhang bedeutet.

Foto Eva-MariaEva-Maria Steinel arbeitet seit zehn Jahren mit Edan Golicki zusammen und entwickelt gemeinsam mit ihm die Konzepte für Stücke. Dabei ist sie oft die erste Zuschauerin. Bei At the heart of it all hat sie zum Beispiel alle Testläufe begleitet und Feedback gegeben.